Mitochondrische DNA

Mitochondrische DNA

Während der letzen zwanzig Jahre gab es großes Interesse an der DNA-Forschung und insbesondere an Mitochondrischer DNA. Nancy Shute kommentierte, als sie für U.S. News & World Report schrieb:

Mitochondrische DNA hat sich als ein wunderbares Werkzeug für das Aufspüren der menschlichen Geschichte erwiesen. Mütter reichen sie fast intakt an die Nachkommen weiter -  anders als die Nukleare DNA, das genetische Material, dass gewöhnlich bei Kriminaluntersuchungen verwendet wird. ("Haven't Got a Clue? Maybe DNA Will Do," U.S. News & World Report, 24. Juli, 2000)

Das Problem für den Mormonismus ist, dass die Mitochondrische DNA die Ansicht unterstützt, dass die Hauptvorfahren der Ureinwohner Amerikas Menschen aus Ostasien waren.

Mormonenverteidiger haben behauptet, dass Lehis Familiengruppe nur ein Tropfen im genetischen Teich der amerikanischen Indianer gewesen wäre, was erklären würde, warum sie nicht in den DNA-Proben sichtbar werden. Es ist aber wert, noch einmal zu erwähnen, dass die Einleitung ihres eigenen Buches Mormon behauptet, dass „die Lamaniten… die Hauptvorfahren der amerikanischen Indianer sind“ und keine unbedeutende Gruppe.

Der HLT-Wissenschaftler Thomas W. Murphy,

ein Bild

Chef der Abteilung für Anthropologie am Edmonds Community College in Washington, schrieb:

Nun, da quantitative wissenschaftliche Methoden in der Tat eine israelitische Präsenz im alten Amerika austesten können, lernen wir stattdessen, dass praktisch alle Ureinwohner Amerikas ihre Abstammung auf asiatische Einwanderungen zwischen 7.000 und 50.000 Jahren vor unserer Zeit zurückführen können. Während Molekular-Anthropologen die technische Fähigkeit haben, die Nachkommen der alten Hebräer zu identifizieren, sind in Zentralamerika oder anderswo unter den Uramerikanern keine Spuren solcher DNA-Marker in Erscheinung getreten…

Aus einer wissenschaftlichen Perspektive gesehen ist der Ursprung des Buches Mormon bestens in das Amerika des frühen Neunzehnten Jahrhunderts platziert,… Das Buch Mormon entstand aus einer Vorkriegsperspektive aus einem Kampf eines amerikanischen Pioniervolkes mit seinem Gott und nicht aus einer echten amerikanischen, indianischen Perspektive. ("Lamanite Genesis, Genealogy, and Genetics," von Thomas W. Murphy, in American Apocrypha: Essays on the Book of Mormon, Signature Books, 2002, S. 68)

Als Thomas Murphy und Simon Southerton in Anthropology News schrieben, bemerkten sie:

Genetische Forschung nach den Ursprüngen der Uramerikaner und Polynesier sendet Schockwellen durch die Mormonengemeinschaften um die Welt. Das Buch Mormon, das von 11 Millionen Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (HLT) als Heilige Schrift beansprucht wird, gibt vor, von drei Auswanderungen vom antiken Nahen Osten nach Amerika zu erzählen. Die Titelseite behauptet, dass die Nachkommen der Auswanderer aus Jerusalem „die Hauptvorfahren der amerikanischen Indianer sind“. Mormonische Tradition sieht für die Polynesier ebenfalls eine Nahosterbschaft vor.

Southerton hat ein bücherlanges Manuskript zu diesem Thema abgeschlossen [Losing a Lost Tribe: Native Americans, DNA, and the Mormon Church]. Simon Southerton, ein Pflanzengenetiker,… legte seine Position als Bischof nieder und zog seine Kirchenmitgliedschaft zurück. Im März 2000 veröffentlichte er die Geschichte seiner Enttäuschung im Internet [http://www.exmormon.org/whylft125.htm]. Er „war nicht in der Lage irgendetwas zu finden, das die Auswanderung von einem jüdischen Volk vor Kolumbus unterstützte“ und er fand „keine verlässlichen wissenschaftlichen Beweise, die Auswanderungen vom Nahen Osten in die Neue Welt unterstützen“.

…Eine Untersuchung der mitochondrischen DNA von mehr als 5.500 lebenden Ureinwohnern Amerikas offenbart, dass 99,4% vornehmlich über die mütterlichen Linien, die man als A, B. D und X kennt, nach Asien zurückgeführt werden können. Nur 0,6% kamen von Afrika oder Europa, höchstwahrscheinlich nach 1492. Die Linien A bis D findet man nur in Asien. Während die X-Linie auch in Europa und im Nahen Osten gefunden wird, haben die asiatischen und amerikanischen Linien bestimmte Marker, die eine Trennung vor Alters zeigen, lange vor den Ereignissen, die im Buch Mormon beschrieben werden. Ähnliche Ergebnisse von fast 1.000 väterlichen Linien beweisen einen nordostasiatischen Ursprung der amerikanischen Indianer. Ebenso können 99% der bis heute untersuchten Polynesier ihre mütterliche Linie auf Südostasien zurückführen. Die anderen 1% kamen fast sicher in jüngerer Vergangenheit aus Europa…

Volkstümliche biologische Behauptungen von einer israelitischen Abstammung, einem Fluch mit einer dunklen Haut und einem Weißerwerden von dunkelhäutigen uramerikanischen und polynesischen Mormonen können keiner näheren Forschung unter wissenschaftlich gebildeten Heiligen der Letzten Tage standhalten. ("Genetic Research a 'Galileo Event' for Mormons," von Thomas W. Murphy and Simon Southerton, Anthropology News, Februar 2003, S. 20).

Der Mangel an Beweisen, dass Israeliten nach Amerika kamen und zu einer Hauptbevölkerung vor der Ankunft der Europäer heranwuchsen, wirft ernsthafte Fragen über die Geschichtlichkeit des Buches Mormon auf.

Als Antwort auf die Kritik am Buch Mormon und die jüngsten DNA-Studien, die zeigen, dass die amerikanischen Indianer von Asien herstammten, hat die HLT-Kirche auf ihrer offiziellen Website eine Gruppe von Links zu den verschiedensten HLT-Apologeten unter „Fehler in den Nachrichten“ gesetzt. Die Site macht zu den Links folgende Vorbemerkung:

Jüngste Angriffe auf die Wahrhaftigkeit des Buches Mormon auf der Grundlage von DNA-Beweisen werden als krank betrachtet. Nichts im Buch Mormon schließt  die Einwanderung von Völkern asiatischen Ursprungs nach Amerika aus. Die wissenschaftlichen Äußerungen aber, die sich auf DNA beziehen, sind zahlreich und kompliziert. Diejenigen, die an einer genaueren Analyse dieser Äußerungen interessiert sind, seien auf die Quellen unten verwiesen.

Bei einer anscheinenden Bemühung, ein Abstreiten zu ermöglichen, falls irgendwelche Probleme damit entstehen, dass Leute auf diese Sites verwiesen wurden, fügte die Kirche folgendes Dementi hinzu:

Das Folgende ist keine Kirchenposition oder –erklärung. Es sind einfach nur Informationsquellen von Autoren mit Expertisen auf diesen Gebieten, die Leser hilfreich finden mögen. (http://www.lds.org/newsroom/mistakes/0,15331,3885-1-18078,00.html).

Wenn diese Aussagen nicht die “offizielle Kirchenposition” repräsentieren, warum werden Leute darauf verwiesen? Es bleibt nur, sich zu fragen, warum der HLT-Prophet nicht in der Lage ist, eine offizielle Klärung über diese Sache zu liefern. Sie geben zu, dass sich asiatische Einwanderungen nach Amerika ereigneten, aber sie liefern keinen Beweis, dass israelitische Einwanderungen stattfanden.

 

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