Antwort auf die Buch-Mormon-DNA-Apologeten

Ein Beitrag von Simon Southerton in einem amerikanischen Exmormonen-Forum

(übersetzt von Manfred Trzoska)

Recovery from Mormonism - The Mormon Church  www.exmormon.org

Thema: Antwort auf die Buch-Mormon-DNA-Apologeten

Datum: 15. Feb. 2005 18:42
Autor: Simon Southerton


ein Bild 

Während meiner Reise hintern den „Zion-Vorhang“ [Zion Curtain = das Mormonen-Zentrum Utah, Idaho, Wyoming] machte ich nähere Bekanntschaft mit den dominanten Verteidigungslinien in Bezug auf die DNA-Beweise, die das Buch Mormon herausfordern. Einige von euch mögen an meinen Reaktionen Interesse haben, also habe ich folgendes unten gepostet. [Anfang 2005 tourte Simon Southerton durch die westlichen US, um sein Buch „Losing a Lost Tribe“ vorzustellen.]

 

Beachtet: Es ist wichtig, daran zu denken, dass die meisten DNA-Apologeten, die das Buch Mormon verteidigen, es in der Annahme tun, dass Lehi und seine Familie einen kleinen genetischen Einfluss in Amerika ausübten. Sie lehnen eindeutig die hemisphärische Geographie ab, die Sichtweise, die von den meisten Mormonen und allen Propheten akzeptiert wurde. Dies muss man im Sinn behalten, wenn man ihre Argumente betrachtet. [Information über die Verwerfung des hemisphärischen Modells des Buches Mormon siehe: 388 What is Limited Geography Theory or LGT?]

 

1. Flaschenhalseffekt, genetische Abweichung, Hardy-Weinberg-Bruch und andere technische Probleme würden uns daran hindern, israelitische Gene ausfindig zu machen.


Ich stimme vollkommen überein. 600 v. Chr. lebten wahrscheinlich einige Millionen amerikanische Indianer auf den amerikanischen Kontinenten. Wenn eine kleine Gruppe von Israeliten in solch eine massive Ureinwohnerpopulation eintreten würde, wäre es sehr, sehr schwierig, ihre Gene 200, 2000 oder sogar 20.000 Jahre später ausfindig zu machen. Aber passt ein solches Szenario mit dem zusammen, was das Buch Mormon deutlich aussagt oder was die Propheten 175 Jahre lang gelehrt haben? Kurze Antwort: Nein! Lange Antwort: Neeiiiin!

 

2. Wir wissen nicht, wie Lehis, Sariahs, Zorams, Ishmaels und seiner Fraus oder Muleks Gene aussehen.

Sicher, wir wissen nicht, welche DNA-Herkünfte diese Buch-Mormon-Leute hatten, aber wir wissen, dass sie Israeliten waren. Wir wissen eine Menge über DNA-Herkünfte lebender Israeliten, und lebende Israeliten stammen von toten Israeliten ab, die vor 2600 Jahren lebten. Israelistische DNA-Herkünfte gehören zu denselben Familiengruppen, die wir in europäischen Populationen finden. Diese sind die H-, I-, J-, K-, N-, T-, U-, V-, W- und X-Gruppen. Im Wesentlichen besitzen alle Europäer und Israeliten eine dieser Abstammungslinien. Tatsächlich haben viele andere nahöstliche Populationen wie die Syrer, die Ägypter, die Libanesen und andere arabische Gruppen ähnliche DNA-Abstammungslinien. Es gibt einen geringen (<0,4%) Anteil an europäischen Abstammungslinien bei den amerikanischen Indianerpopulationen, aber die Wissenschaftler nehmen zu Recht an, dass sie nach Kolumbus auftraten. Sie kommen üblicherweise in Stämmen vor, die einem größeren Einfluss durch Europäer (Nordamerikaner) unterlagen; sie sind in Mittelamerika, dem einzigen „plausiblen“ Schauplatz des Buches Mormon, unüblich; und die Abstammungslinien, die man bis dahin gefunden hat, sind in westeuropäischen Populationen wie Spanien üblich.

 

3. Die mitochondrischen DNA-Abstammunglinien sagen uns nichts über die männlichen Abstammungslinien.
 
Das ist absolut korrekt… aber was soll’s? Erwartet man von uns, dass wir glauben, dass nur Männer die israelitische DNA weiterreichten? Y-Chromosom-Studien zeigen ebenso starke Verbindungen nach Asien (>90%). Es gibt eine höhere europäische Präsenz, was nicht überrascht, da Männer in den frühen Kolonistengruppen überwogen.
 
4. Als Gott die Hautfarbe der amerikanischen Indianer änderte, könnte er nicht genauso die DNA geändert haben?

 

Ja, wenn Gott ein Bastard wäre, der nicht aufhört, seine Kinder auszutricksen, könnte er die DNA geändert haben. Aber warum sollte er sie ändern müssen, damit sie mit asiatischer DNA übereinstimmt? Wie könnte sich ein Himmlischer Vater, der uns angeblich mehr liebt, als wir es fassen können, in solche Tiefen hinabbeugen?! Wir haben schon die Schwarzen und die Indianer beleidigt. Haben wir es nötig, auch noch die Asiaten zu beleidigen!
 
5. Mitochondrische DNA sagt uns nur etwas über eine Abstammungslinie von vielen. Wenn wir 10 Generationen zurückgehen, sagt sie uns nur etwas über 1 unter 1024 Vorfahren. Wenn wir weitere 10 Generationen zurückgehen, sagt sie uns nur etwas über eine unter einer Million unserer Vorfahren.

 

Dies ist ein fadenscheiniges Argument, das in letzter Zeit unter den Apologeten ziemlich beliebt gewesen ist. Es ist ein schlauer Kniff, der oberflächlich gesund aussieht, aber der auf Täuschung beruht. Die gewaltige Mehrheit der mitochondrischen Abstammungslinien, die man in der ganzen Welt findet, können in weniger als 25 Familien eingeteilt werden, die durch Buchstaben repräsentiert werden, wie A, H, X, usw. Wenn wir uns die amerikanischen Indianer anschauen, dann fallen im Wesentlichen 100% ihrer mitochondrischen Abstammungslinien in eine von 5 Familien, A, B, C, D oder X, die nicht von Israel herstammen. Somit reden wir 20 Generationen zurück nicht von Millionen von nicht zu erkennenden mitochondrischen Abstammunglinien in einem Stammbaum amerikanischer Indianer. Wir reden von etwa 5, die praktisch all diese Millionen von Vorfahrenfährten abdecken. Im Wesentlichen müssen all diese Abstammungslinien, selbst solche, die bei Männern enden und nicht weitergegeben werden, mit Sicherheit zu den 5 Stammfamilien gehört haben. Es ist möglich, dass einige Abstammungslinien noch nicht ausfindig gemacht werden können oder zufällig mit der Zeit verloren gegangen sind, aber diese wären dann sehr seltene Linien.

 

6. Die X-Linie könnte ein Beweis für israelitische Herkunft sein.
 

X-Linien der amerikanischen Indianer stammen von allgemeinen Vorfahren her, die vor über 20.000 Jahren in Asien lebten. Indianische X-Linien sind sogar viel weiter entfernt verwandt mit israelitischen oder europäischen X-Linien. In der Tat werden heute die meisten israelitischen X-Linien in eine andere Familie eingruppiert, in die N-Familie, weil sie zu asiatischen und amerikanischen X-Linien so verschieden sind. Die X-Linie ist in antiken Überresten gefunden worden, die vor die Buch-Mormon-Periode datiert werden.

 

7. Die Frauen der frühen Buch-Mormon-Kolonisten (Sariah usw. oder sogar die jareditischen Frauen) könnten die A-, B-, C-, D- und X-Linien nach Amerika gebracht haben.

Die Menge an DNA-Schwankungen, die man in allen 5 DNA-Abstammungsfamilien der amerikanischen Indianerfrauen findet ist ausreichend, um aufzuzeigen, dass sie in Amerika mindestens 15.000 Jahre vorhanden gewesen sind, wahrscheinlich länger. Dies liegt zeitlich viele Tausend Jahre vor der Existenz Israels. Natürlich ist es möglich (aber äußerst unwahrscheinlich), dass einige asiatische Frauen, die asiatische Abstammungslinien in sich trugen, nach Israel reisten, wo sie Mischehen mit den Vorfahren der Lehiten und Mulekiten eingingen, und dass einige A-, B-, C-, D- oder X-Linien der Ureinwohner Amerikas von ihnen herstammten. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieses absolut bemerkenswerte Szenario tatsächlich in der Realität zugetragen hat? Ich schätze, dass für den Herrn alles möglich ist, aber wiederum hinterlässt es bei mir Gefühle und Gedanken, die weniger als freundlich einem Gott gegenüber sind, der solch ein Geschehen zulassen würde, mit dem Wissen, wie sehr Leute damit ausgetrickst werden würden. Warum sehen wir diese asiatischen Linien nicht unter Populationen des Nahen Ostens? Die Wahrheit liegt gewöhnlich in der einfachsten Erklärung.


 

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