Die Länder des Buches Mormon

Die Länder des Buches Mormon

Wenn also Lamaniten überall gefunden werden können, von Nordamerika bis Chile, nimmt man an, dass diese Gebiete Teil der Buch-Mormon-Länder sind. BYU-Professor John L. Sorenson versucht die offensichtlichen Hinweise in den Aussagen der Kircheführer zu vermeiden, indem er sich auf interne Hinweise auf Buch-Mormon-Plätze konzentriert. Er behauptet, dass

die Kirche keine Position in Bezug auf bestimmte Buch-Mormon-Schauplätze bezog… Kirchenautoritäten von der Zeit Joseph Smiths bis in die Gegenwart kamen zu keiner allseitigen Übereinstimmung, gaben keine maßgebende Aussage ab und berichteten von keiner definitiven Lösung zur Frage der Buch-Mormon-Geographie (An Ancient American Setting for the Book of Mormon, John L. Sorenson, Deseret Book, 1985, S. 4).

Indem man die Diskussion eingrenzt auf die Identifizierung von „bestimmten“ und „definitiven“ Buch-Mormon-Schauplätzen, anstatt vom allgemeinen Überblick der Buch-Mormon-Länder zu sprechen, erweckt er den Anschein, dass es keine maßgebende Aussagen über die Wohnorte der Lamaniten gebe. Somit vermeidet er das Problem, dass die Kirchenführer der vergangenen einhundertundsiebzig Jahre behauptet haben, dass die Buch-Mormon-Länder Nord- und Südamerika einschließen und dass alle amerikanischen Indianer als Nachkommen von Lehis Familie beschrieben worden sind.

Sorenson versucht die Geographie für das Buch Mormon zu bestimmen, indem er durch Kreuzpeilung aus verschiedenen Einträgen die Entfernung zwischen Städten, die im Buch erwähnt werden, schätzt. Sein Modell verlangt aber, dass die Nephiten ihr Richtungssystem ändern (Ancient American Setting, S. 38), damit Nord/Süd zu Ost/West wird. Das „östliche Meer“ wird somit in den Norden an die Landenge von Tehuantepec verlegt. Wenn Lehis Gruppe über den Indischen Ozean und den Pazifik nach Amerika navigieren konnte, dann nehmen wir an, dass sie Norden und Süden an Hand des Himmels festlegen konnten. Warum sollten sie also ihr Richtungssystem ändern?

John L. Sorenson und Matthew Roper argumentieren für eine sehr begrenzte Buch-Mormon-Geographie, aber dennoch geben sie zu, dass sie sich an

eine Bevölkerung von mehr als zwei Millionen anpassen müsste. Auf ihrem Höhepunkt bewohnten die Einwohner zahlreiche Städte mit umfassenden öffentlichen Gebäuden, führten viele geschriebene Berichte und trieben regen Handel ("Before DNA," von John L. Sorenson and Matthew Roper, Journal of Book of Mormon Studies, Bd. 12, Nr. 1, 2003, S. 7-8).

Zum Unglück für die HLT-Kirche ist nie ein Beweis für solch eine christlich/israelitische Zivilisation gefunden worden. Eigentlich sollte die Eingrenzung der Buch-Mormon-Länder auf 400 Meilen in Mittelamerika die Wahrscheinlichkeit anwachsen lassen, dass man eine Spur dieser Zivilisation findet.

Simon Southerton

ein Bild

bemerkte:

Trotz breiter Akzeptanz dieser globalen Sicht der Buch-Mormon-Geographie von Führern und Mitgliedern, behaupten die meisten „ernsthaften“ Buch-Mormon-Gelehrten, insbesondere die an der Brigham-Young-Universität, dass diese hemisphärische Geographie außer Frage steht. Die Gelehrten der BYU haben große Schwierigkeiten beim Versuch erfahren, Beschreibungen von Reisezeiten, Bevölkerungswachstum,  und die geographische Nähe der Reisezeiten, Bevölkerungswachstum und die geographische Nähe von Ereignissen mit den riesigen Territorien Nord- und Südamerikas überein zu bringen. Durch die tausendjährige Geschichte der Nephiten und Lamaniten hindurch waren ihre Zentren der Hauptbevölkerung ziemlich an einen Bereich von mehreren Tagesmärschen untereinander gebunden. Man würde erwarten, dass Kulturen von der Art, wie sie das Buch Mormon beschreibt, deutliche Spuren ihrer Anwesenheit hinterlassen haben…

Dutzende von Alternativmodellen der Geographie sprangen über die Jahre hervor… Aber es wird nur eine ernsthafte Theorie von den meisten Mormonenakademikern akzeptiert, die vorschlägt, dass die meisten Buch-Mormon-Ereignisse in einem begrenzten Teil Mittelamerikas stattfanden. Nur in Mittelamerika befinden sich die Ruinen von Zivilisationen von der Größe, wie sie im Buch Mormon dargestellt werden.

HLT-Gelehrte unterstützen den Versuch dieser lokalen oder „begrenzten Geographie“ für die Buch-Mormon-Topographie, wie sie von Professor John L. Sorenson vorgestellt wird… Die lehitischen Länder müssen seiner Ansicht nach auf einen 400 Meilen langen Abschnitt Mittelamerikas eingeschränkt gewesen sein, das umspannt die kulturelle Region des südlichen Mexiko und des nördlichen Zentralamerika… Es gibt offensichtliche Schwierigkeiten mit der Landenge von Tehuantepec, di nicht die geringste ist, dass eine Überquerung von 125 Meilen, so weit wie eine Krähe fliegt, eine ungeheure „Anderthalbtagesreise“ zu Fuß ist. Ein weiteres Problem ist, dass die östlichen und westlichen Meere, die in der Schrift erwähnt werden, um 90 Grad gedreht werden müssen, da sie eigentlich südlich und nördlich von der engsten Landstelle liegen (Losing a Lost Tribe, S. 156-57).

Weitere Modelle für die Buch-Mormon-Geographie sind vorgestellt worden. Ralph Olsen, HLT-Autor und Chemiker, hat eine total andere Buch-Mormon-Geographie vorgeschlagen. Er hat das Gefühl, dass die Malayische Halbinel in Südostasien der wahre Austragungsort der Geschichte ist ("A Malay Site for Book of Mormon Events", Ralph A. Olsen, Sunstone, März 2004, S. 30). Seine Karte und seine Theorie scheinen genauso plausibel wie Sorensons und er muss nicht einmal das Richtungssystem ändern.

Vern Holley hat in Book of Mormon Authorship das Gefühl, dass der Autor des Buches Mormon das Gebiet der Großen Seen in Nordamerika für seine Geschichte im Sinn hatte. Während wir keine Verteidiger von Mr. Holleys Theorie sind, dass Salomon Spalding das Buch Mormon schrieb, hat er eine gute Alternative für eine beschränkte Geographie für Smiths Geschichte geboten. Seine Karte von dem Gebiet weist sogar einige parallele Namen mit dem Buch Mormon auf (http://sidneyrigdon.com/vern/vernP3.htm, siehe Seite 54).

Joseph Smith hätte mit Leichtigkeit solch ein lokales Gebiet für seine Geschichte übernehmen können, ohne die Notwendigkeit, sie aus einer anderen Quelle zu borgen. Mit einem geistigen Bild von einem Gebiet, mit dem man schon vertraut ist, wäre es leichter, jemand eine Geschichte zu erzählen und die verschiedenen Örtlichkeiten im Sinn zu haben. Auch das Buch Mormon hätte eine bereitwillige Zuhörerschaft, da ein großes öffentliches Interesse an den Erbauern der Grabhügel bestand, von denen gesagt wurde, dass sie die Gebiete von New York und dem Ohio-Tal bewohnten.

HLT-Gelehrte haben das Gebiet der Großen Seen abgelehnt, da sie nach Orten mit Überresten von großen Städten Ausschau halten, wie die der Maya. Indem sie die Buch-Mormon-Länder auf Mittelamerika einschränkten, haben HLT-Gelehrte vermutlich das Problem gelöst, zu wissen, wo nach Ruinen zu suchen ist. Es lässt auch das Problem ausscheiden, wie Massen von Armeen zu ernähren und von Südmexiko nach New York zu bewegen wären. Mittelamerika ist voll von Ruinen. Unglücklicherweise sind die Gebäude mit Eingravierungen von verschiedenen Göttern und Maya-Inschriften geziert und sie weisen nicht auf Israeliten hin.

Um zu erklären, warum Buch-Mormon-Städte nicht gefunden worden sind, haben einige Mormonen 3. Nephi 8 angewendet. Dieses Kapitel erzählt, dass zur Zeit der Kreuzigung Christi „im vierunddreißigsten Jahr“ nach Christi Geburt Gott ein Gericht über die bösen Menschen in Amerika brachte (man fragt sich, warum ein solches Gericht nicht auf diejenigen in Jerusalem, wo Christus eigentlich starb, ausgegossen wurde?). Es gab große Erdbeben in den Buch-Mormon-Ländern „bis die Gebäude zur Erde gefallen waren“, einige Städte waren „versunken“, schreckliche Feuer vernichteten andere, Wirbelwinde trugen Menschen davon, bis viele Menschen und Städte vernichtet waren. Andere Städte blieben aber verschont. Diese Verwüstung setzte sich drei Stunden lang fort, bis „das ganze Angesicht des Landes verändert war“. Darauf folgten drei Tage „dichter Finsternis“. Die rechtschaffenen Überlebenden waren dann in der Lage, sich beim Tempel in Bountiful zu sammeln, um den auferstandenen Christus zu sehen. Offensichtlich war das Gebiet immer noch zu erkennen und der Tempel stand noch. Auch, da spätere Schreiber im Buch Mormon schienen, kein Problem damit zu haben, zu bestimmen, wo diese verschiedenen Städte lagen, würde man denken, dass man sie heute finden könnte. Aber wo ist der Beweis für solche Städte und Katastrophen in Mittelamerika um schätzungsweise 32-34 n. Chr.? 

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